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Der afrikanische Löwe (panthera leo) beansprucht eine besondere Stellung in der menschlichen Tierwelt, auch wenn sein zukünftiges Überleben in freier Wildbahn als gefährdete Tierart von Forscher:innen als unwahrscheinlich bewertet wird. Bereits vor tausenden Jahren wurde der Löwe als Sternzeichen ‚entdeckt‘ und benannt. Dabei beschränkt sich die linguistische Verknüpfung der Sternenkonstellation mit diesem Tier nicht nur auf die romanischen Sprachen („Leo“), sondern ist auch im semitischen („UR.GU.LA“, „Qalb al-Asad“) und indoarischen Sprachraum („Sinha“) zu finden, wobei immer wieder eine mächtige oder royale Konnotation festzustellen ist. Nicht jede Kultur sieht oder sah in dem panthera leo etwas Besonderes, oder gar etwas besonders Positives, doch im Europa der Frühen Neuzeit war dies definitiv der Fall.
Obwohl der frühneuzeitliche europäische Raum nicht den natürlichen Lebensraum des afrikanischen Löwen darstellte, waren diese Tiere dennoch in den verschiedensten Kontexten dort zu finden. Diese Verbreitung wird im Zentrum der Habilitation stehen. Physisch wurden die Tiere als diplomatische Gaben geschätzt, für Tierkämpfe verschleppt, von Naturwissenschaftler:innen seziert, von Künstler:innen, Adeligen und anderen Menschen beobachtet, bestaunt und gezeichnet, schlussendlich mussten sich auch Personen um ihre Fütterung, Gesundheit und Gehege kümmern. Aber Löwen wurden nicht nur im physischen Raum eingefangen und gefangen gehalten, sie verfingen sich auch in imaginären und kulturellen Räumen: Als Wappentiere, theologische Symbole, sogar im europäischen Sprachgebrauch verankerten sie sich: to lionise, das Löwenstück nehmen, mangé du lion....
Im Sinne der Animal Geography, wird diese Arbeit die unterschiedlichen Kontexte untersuchen, in denen sich Löw:innen zwischen ca. 1500 und 1800 in Europa bewegten und wie sie unsere Welt prägten.
“[Animal geography] endeavours to discern the many ways in which animals are ‘placed’ by human societies in their local material spaces (settlements, fields, farms, factories and so on), as well as in a host imaginary, literary, psychological and even virtual spaces. It is thus not only the physical presence of animals which is of importance here, since animals also exist in our human imaginings”[1].
Einerseits wird die Arbeit die physischen Transportwege, Infastrukturen des ‚exotischen‘ Tierhandels, aber auch das Unterbringen und Versorgen der lebendigen Tiere, sowie den Umgang mit ihren sterblichen Überresten (biologischer Materie) in den Blick nehmen. Andererseits, wird sie den panthera leo raumzeitlich betrachten, das heißt das Verfangen des Löwens in seiner Zeitachse analysieren. Das Ausstellen von Löw:innen war in der Regel ein Akt der Machtdemonstration, des Prestiges und des Luxus, aber alle Lebewesen sind zeitlich gebunden. Anhand eines reichhaltigen Quellenbestandes wird das Einfangen des Löwen, seine Verortung in materieller Kultur als ein Akt der Entzeitlichung und der Verewigung thematisiert. Hierfür wird eine enge Zusammenarbeit mit Museen in ganz Europa angestrebt, um „biologische Materie“ von Löw:innen zu untersuchen.
[1] Chris Wilbert and Chris Philo, “Animal Spaces, Beastly Places: An Introduction,” in Animal Spaces, Beastly Places: New Geographies of Human-Animal Relations, ed. Chris Wilbert and Chris Philo (London, 2005), 5.
Informationen zu laufenden Vorträgen, Veröffentlichungen und Forschungsprojekten finden Sie zudem hier .
Meine im April 2024 verteidigte Doktorarbeit „The American Experience of British Prize Jurisdiction, 1776-1804“ befindet sich derzeit im Druck und wird 2025 erscheinen. Hierbei führte ich in einer innovativen Methodik makro- und mikrohistorische Forschung anhand einer Familie, der politischen Dynastie der Bayards, zusammen. Durch qualitative Analysen von Tagebüchern und quantitativen Auswertungen von Rechtsakten habe ich untersucht, wie Amerikaner:innen im britischen Prisenrechtssystem behandelt wurden, welche Maßnahmen sie deswegen ergriffen und wie schlussendlich die amerikanische und britische Regierung zusammenarbeiten, um auszuhandeln, was genau internationales Seerecht bedeuten sollte.
2024:
The Vice-Admiralty Court of New York. A Case Study from 1777 to 1778, at: Omohundro Institute 27th annual conference (USC Huntington Early Modern Studies Institute, MIMMOC (Mémoires, Identités, Marginalités dans le Monde Occidental Contemporain), and MSHS Poitiers), Poitiers, FR, 20.06.2023.
Teilnahme durch Gleichstellungsbüro der Universität Erfurt ermöglicht.
Philip Wilson und der ungewöhnliche Fall der Mentor, at: Dreizack24.Forum. Maritime Netzwerktagung für Nachwuchswissenschaftler*innen (Deutscher Marinebund/Institut für Sicherheitspolitik, Kiel), 15.04.2024, Deutsches Marinemuseum, Wilhelmshaven, DE.
2023:
The Misplaced Judge in the Misplaced Court. Robert Bayard’s tenure as Vice-Admiralty Judge of New York, at: The Problem of Piracy. An Interdisciplinary Conference on Plunder by Sea across the World from the Ancient to the Modern III (Tulane University), New Orleans, LA, 15.06.2023.
Teilnahme durch den Nachwuchswissenschaftlerförderung der Universität Oldenburg ermöglicht.
Appealing to International Law. US prize strategies before British admiralty courts in the 1790s, at: McMullen Naval History Symposium (US Naval Academy), Annapolis, MD 22.09.2023.
Teilnahme durch die US Naval Academy ermöglicht.
2022:
Prizing Apart a System of International Law, at: A Civil Ocean – A Naval Space: Negotiating Boundaries between War and Peace at Sea (Deutsches Schifffahrtsmuseum/North Sea Maritime Museums Network), Bremerhaven, DE, 02.06.2022.
2021:
Seeking Independence through International Law? Exploring US and British relations as seen through prize jurisdiction in the 1790s, at: Prize Papers Lunch Talk (Prize Papers Project, Universität Oldenburg), Online, 05.07.2021.
2020:
Oar else… Comparing reform, revolution and continuation in Bermudan and American vice-admiralty courts through Silver admiralty oars, at: Reform Movements in US History. Annual Conference of the Historians in the German Association of American Studies (Deutsche Gesellschaft für Amerikastudien), 14.02.2020.
2019:
SurPRIZEing Events: Prize law as an American means of judicial independence from Britain? c.1780–1815, at: German Historical Institute, London, 12.11.2019.
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