Sophie Kühnlenz, M.A.

sophie.kuehnlenz@uni-erfurt.de

Sophie Kühnlenz, M.A.

Forschungsschwerpunkte

  • Public History
  • Geschichtskultur- und Museumsforschung
  • Science and Technology Studies (STS)
  • historische Frauen- und Geschlechterforschung
  • Queer Studies
  • Soziale Bewegungen

Wintersemester 22/23

Geschichte im Museum – Museen in der Public History

+ Seminar-Workshop 28.01.2023: Museums & Beyond. Einblicke in die Erfurter Public History

Sommersemester 23

Feminismus-Geschichte(n). Historische Perspektiven auf Frauen-, Männer- und Geschlechterforschung

+ Seminar-Workshop 24.06.2023 Werkstattberichte zu Seminararbeiten & Gastbeitrag u. gemeinsame Quellenarbeit m. Dr. Bodie Ashton: Playing Detective. (Hidden) Intersectional history in the archive

Wintersemester 24/25

Zeitgeschichte que(e)r gelesen – Queeres Leben, Lieben und Kämpfen in Ostdeutschland (zusammen mit Christian Hermann, in Kooperation mit Queeres Zentrum Erfurt und Radio F.R.E.I.)
Organisierte Veranstaltungen im Rahmen des Seminars: 
02.12.24 Filmvorführung „Coming Out“ (DEFA 1989)
10.12.24 Lesung – Über queeres Leben, Lieben und Kämpfen in Ostdeutschland
11.12.24 Pink (K)Night – Aufklärungsveranstaltung zum gesellschaftlichen Bedeutungswandel der Farbe Rosa
30.01.25 Buchvorstellung und Diskussion mit Anna Hájková: Menschen ohne Geschichte sind Staub. Queeres Verlangen im Holocaust 

Public History und transkulturelle Erinnerung an den Nationalsozialismus - Konzepte, konkrete Umsetzung, Berufsfelder (Seminar im Master Geschichte transkulturell zus. m. Christiane Kuller)

Betreute Abschlussarbeiten
O. Schinz: „Überkandietelt [sic] reichte ihr da wohl nicht mehr“ - Der Alltag von trans* Personen in der DDR am Beispiel von Judith Hodosi (Wintersemester 2024/25)

Herausgeberschaft

  • Feminist and Queer Perspectives on Food. InSightOut – Journal on Gender and Sexuality in STEM Collections and Cultures 1 (2023), (hrsg. zus. mit Sophie Gerber für das Technisches Museum Wien).

Artikel

  • Vernetzte Objekte. Geschichtskulturelles Lernen im digitalen Raum (zus. m. Anna Valeska Strugalla), in: Brüning, Christina (Hg.): Historisches Erzählen in Digitalien. Theoretische Ansätze und empirische Beobachtungen zur Entwicklung historischer Sinnbildungen im digitalen Raum, Bielefeld 2024, S. 223-244.
  • Feminist and Queer Perspectives on Food. Queere und feministische Perspektiven auf Essen und Ernährung für eine kritisch-reflexive Museumspraxis (zus. m. Sophie Gerber), in: Österreichische Zeitschrift für Volkskunde Jg. 125 (2022). / N.S. 76, S. 267-28.
  • TURN it upside down, in: A bis Z des Kuratierens: ein unvollständiger Bericht aus der Praxis in drei Teilen // Drittens: F-I-O-Q-R-T-U-Z, in: Wie Wissen ausstellen? Blog des Forschungskollegs Wissen | Ausstellen, 22.12.2020.
  • „Guten Tag, ich bin der Klassenfeind“ Foto-Bestand von Klaus Mehner bei der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, in: Visual History (ZZF), 29.11.2016.
  • „Aufstand der Perversen“ in: Invertito Jg. 16 (2014) – Jahrbuch für die Geschichte der Homosexualitäten, Hrsg. Fachverband Homosexualität und Geschichte e.V., Hamburg 2014, S. 125-152.

Aufsätze

  • Zusammen mit Anna Valeska Strugalla: Vernetzte Objekte. Geschichtskulturelles Lernen im digitalen Raum, in: Brüning, Christina (Hg.): Historisches Erzählen in Digitalien. Theoretische Ansätze und empirische Beobachtungen zur Entwicklung historischer Sinnbildungen im digitalen Raum, Frankfurt/ Main (Wochenschau Verlag) 2024 (forthcoming).
  • Feminist and Queer Perspectives on Food. 1st edition of InSightOut – Journal on Gender and Sexuality in STEM Collections and Cultures (Hrsg. zus. mit Sophie Gerber), Technisches Museum Wien, September 2023, https://openaccesspublikationen.tmw.at/insightout/periodical/titleinfo/67665
  • Zusammen mit Sophie Gerber: Feminist and Queer Perspectives on Food. Queere und feministische Perspektiven auf Essen und Ernährung für eine kritisch-reflexive Museumspraxis, in: Österreichische Zeitschrift für Volkskunde 2022, S. 265-280. https://www.volkskundemuseum.at/publikationen/publikation?publikation_id=1651527126877&search=K%C3%BChnlenz#273
  • Eindeutig uneindeutig, beständig unbeständig. Museum queer-feministisch: Gedanken zum Weiterdenken, in: Widersprüche! Kuratorisch handeln zwischen Theorie und Praxis (curating. ausstellungstheorie und -praxis Bd. 6), hrsg. von Martina Griesser et al., Berlin/Boston 2023, S. 195-198.
  • Remixing Industrial Pasts: Constructing the Identity of the Minett, Exhibition Review in: Artefact - Techniques, histoire et sciences humaines, No. 17/2022 http://journals.openedition.org/artefact/14129 DOI: https://doi.org/10.4000/artefact.14129
  • Waschtag. Haushaltsgeräte von Belang, in: Werkstatt Geschichte Nr. 84, Rubrik Dingfest, Bielefeld 2021/2, S. 135-139.

Rezensionen

  • Exhibition ReviewRemixing Industrial Pasts: Constructing the Identity of the Minett (The Massenoire 2022), in: Artefact - Techniques, histoire et sciences humaines, No. 17/2022, p. 345-352.
  • Rezension zu: Spanka, Lisa: Vergegenwärtigungen von Geschlecht und Nation im Museum. Das Deutsche Historische Museum und das Dänische Nationalmuseum im Vergleich. Bielefeld2019, In: H-Soz-Kult, 26.05.2020.
  • Rezension zu: Hans-Böckler-Stiftung: Portal Gewerkschaftsgeschichte, in: H-Soz-Kult, 25.10.2019.

Medien

  • Geschichte für alle: How to pimp Technikmuseen - Diverser ist spannender. Interview mit Deutschlandfunk Nova, 30.01.2021        
  • Zu wenig Vielfalt im Technikmuseum? Interview-Beitrag von Joyce Lok Teng Lee, zusammen mit Dr. Sophie Gerber (TMW), in: WDR 5 Scala, 02.03.2021
  • „Der umkämpfte Krieg“ - Zur Unvereinbarkeit von Geschichte und Politik, Hintergründe zum Streit um das Museum des Zweiten Weltkriegs in Danzig, in: Der Westpreuße 4/2018 (Juli/August), S. 21-22

Das Marie-Curie-Phänomen: Zur Musealisierung von Geschlecht seit den 1980er Jahren

Die zweifache Nobelpreisträgerin Marie Skłodowska Curie (1867–1934) ist eine, wenn nicht die bekannteste Naturwissenschaftlerin des Globalen Nordens. Sie ist Namensgeberin für eine Vielzahl an (Bildungs-) Institutionen, Förder- und Forschungsprogrammen und eine zentrale Referenz in technik- und wissenschaftshistorischen Museen, wenn sich diese um Repräsentation einer (dann zumeist binär gefassten) größeren geschlechtlichen Vielfalt an Akteur:innen in Sammlung, Forschung, Ausstellung und Vermittlung bemühen. Für die Sichtbarkeit von Frauen in einer männlich dominierten (Technik- und Industrie-) Geschichte mag dies zunächst wie ein gutes Zeichen erscheinen: Herausragende Wissenschaftlerinnen wie Curie oder die Kernphysikerin Lise Meitner (1878-1968), die Computer-pionierin Ada Lovelace (1815-1852) oder die Architektin Margarete Schütte-Lihotzky (1897-2000) werden beispielsweise in der „Frauengalerie“ im Technischen Museum Wien (TMW) als relevante Akteurinnen für ihren Beitrag zur Wissenschafts- und Technikgeschichte gewürdigt. Inwieweit diese Hervorhebung von Frauen als Ausnahme von einer nicht transparent gemachten männlichen Regel Geschlechterstereotype tatsächlich dekonstruiert oder vielmehr reproduziert und festigt, wird in der Arbeit kritisch reflektiert. 

Im Hamburger Museum der Arbeit (MdA) wurden Arbeits- und Geschlechterverhältnisse bereits in der Gründungsphase um 1980 zusammengedacht. Der branchenübergreifende „Arbeitskreis Frauen“ im MdA setzte sich mit Nachdruck dafür ein, das Spannungsfeld zwischen Arbeit und Geschlecht in die Gesamtkonzeption des Museums zu integrieren und den „Zusammenhang zwischen der Unsichtbarkeit von unbezahlter und der Unterbewertung von bezahlter Arbeit in Verknüpfung mit den zeittypischen Bildern von Weiblichkeit und Männlichkeit“5 in allen Bereichen musealer Praxis zu verankern. 

Beide Museen, das MdA und das TMW, setzen sich auf unterschiedliche Art kritisch-reflexiv mit Technik, Arbeit und Geschlecht auseinander. Als empirische Fallstudien geben sie in dieser Arbeit Auskunft darüber, wie Technik- und Industriemuseen seit den 1980er Jahren Geschlecht musealisieren, wissenschaftliche und gesellschaftliche Genderdebatten aufgreifen und auf diese zurückwirken. Anders formuliert: Ob das Marie-Curie-Phänomen – Frauen als Abweichung von einer unbenannten männlichen Norm – für die systematische Dekonstruktion gegenderter gesellschaftlicher Machtverhältnisse in der musealen Praxis fruchtbar gemacht und weiterentwickelt wird, steht im Zentrum meines Projekts.

Technik- und Industriemuseen, die in ihren Verflechtungen und Abgrenzungen zueinander hier gemeinsam in den Blick genommen werden, sind aus geschlechterhistorischer Perspektive spannende Untersuchungsgegenstände. Sie sind meist für männliche Besucher attraktiver, bezeugen mittels Sammlung und Ausstellung männlich konnotierten technischen Fortschritt, stellen Geschichte(n) aus und Gegenwart mit her. Gerade ein Blick auf Geschlechterbilder, Ein- und Ausschlüsse, sichtbare und unsichtbare Arbeit, auf Museen als Orte feministischer Kritik und Vernetzung, bietet spannende Ansatzpunkte, um Museumspraxen als kontingent, situiert und eingebunden in gesellschaftliche Machtverhältnisse zu analysieren. Leitend ist dabei die Frage, wie sich die Museen mit den Chancen und Grenzen einer genderinformierten musealen Praxis auseinandersetzen und wie sie die diskursive Aushandlung gendersensibler Ansätze in Sammlung, Ausstellung und Vermittlung implementieren. 

05.02.2025 Politiken des Sammelns und An-Ordnens im Museum. Zur Musealisierung ethnographischer Artefakte und genderinformierten Sammlungspraktiken im Technikmuseum
Textwerkstatt mit Prof. Dr. Anja Laukötter (FSU Jena)
Texte: Johanna Hügel und Sophie Kühnlenz
Im Anschluss: Auftakt Ringvorlesung ENT-SAMMELN mit Anja Laukötter: Über die (Un-)Ordnung der Dinge im kolonialen Völkerkundemuseum

13.-14.07. 2023 „Reflect Yourself!? Potentiale und Grenzen einer kritisch reflexiven Public History
11. Workshop der Studierenden und Young Professionals (SYP) in der AG Angewandte Geschichte / Public History im VHD, in Kooperation mit: DFG-Forschungsgruppe "Freiwilligkeit", StuRa, Landeszentrale für politische Bildung Thüringen und den Professuren für Neuere und Zeitgeschichte und Geschichtsdidaktik (Prof. Kuller), Mittelalterliche Geschichte (Prof. Schmolinsky) und Wissenschaftsgeschichte (Prof. Kleeberg) (Ko-Konzeption und Leitung gemeinsam mit Meike Katzek, CfP)

05.-06.05.2022 Feminist and Queer Perspectives on Food. 2nd Vienna Workshop on STEM Collections, Gender and Sexuality, Technisches Museum Wien (Ko-Konzeption & Leitung gemeinsam mit Dr. Sophie Gerber, CfP)