Luise-Dorothea-Stipendium für Hofkulturforschung der Fritz-Wiedemann-Stiftung

Das Forschungszentrum Gotha der Universität Erfurt vergibt erstmals ein drei- bis viermonatiges Stipendium für die Erforschung der Hofkultur des 17. und 18. Jahrhunderts an eine:n Wissenschaftler:in mit exzellenter Promotion/PhD. Das international ausgerichtete Stipendienprogramm steht allen historisch orientierten Fachrichtungen offen. Es fördert Projekte, die sich schwerpunktmäßig der Erforschung der Bestände der Gothaer Sammlungen zur Hofkultur widmen. Ein klar begründeter Bezug auf die jeweils vor Ort vorgehaltenen Bestände ist daher unabdingbar, das Forschungsthema selbst muss aber nicht ausschließlich auf Gotha beschränkt sein. 

Die Namensgeberin des Stipendiums, Herzogin Luise Dorothea von Sachsen-Gotha und Altenburg (1710-1767), galt ihren Zeitgenossen als eine der gebildetsten Fürstinnen ihrer Zeit. Sie setzte sich insbesondere für die Beförderung der französischen Aufklärung ein und unterhielt ein weitverzweigtes Korrespondenznetzwerk, u.a. mit Rousseau und Voltaire, mit Friedrich II. von Preußen und dem sächsischen Grafen Ernst Christoph von Manteuffel, dem „Mäzen der Aufklärung“ und Unterstützer Christian Wolffs. Sie steht daher exemplarisch für eine moderne Erforschung der frühneuzeitlichen Hofkultur unter ausdrücklicher Einbeziehung kulturwissenschaftlicher und geschlechtergeschichtlicher Forschungsansätze. 

Der Standort Gotha mit den universell ausgerichteten Sammlungen der Friedenstein Stiftung Gotha, der Forschungsbibliothek Gotha und den Beständen des Landesarchivs Thüringen – Staatsarchiv Gotha gehört zu den herausragenden Sammlungs- und Forschungsstandorten für die Kulturgeschichte der Frühen Neuzeit und der Neuzeit. Während der Zeit ihres Aufenthaltes vor Ort sind die Stipendiat:innen an das Forschungszentrum Gotha (FZG) angebunden. Das FZG hat in den vergangenen Jahren verschiedentlich Impulse für die Erforschung der Gothaer Hofkultur gesetzt, u.a. mit den Tagungen zum „Schloss als Hörsaal“ 2017 sowie zum 300. Geburtstag des deutsch-französischen Kulturvermittlers Friedrich Melchior Grimm im September 2023 und zwei Sommerschulen zu „Afrikanern an europäischen Höfen der Frühen Neuzeit“ (2022) und „Gothas Afrika. Höfische Wahrnehmungen des Kontinents in der Frühen Neuzeit“ (2025). Mit dem Luise-Dorothea-Stipendium der Fritz-Wiedemann-Stiftung sowie begleitenden Projektanträgen sollen diese in den nächsten Jahren fortgeführt und intensiviert werden. 

Das Stipendium beläuft sich auf 2.000 Euro monatlich. Hinzu kommt ggf. eine Familienpauschale in Höhe von 400 Euro monatlich sowie eine Reisekostenpauschale von einmalig 500 EUR. Das Forschungszentrum ist bei der Vermittlung von Kinderbetreuungsangeboten behilflich. Für den gesamten Stipendienzeitraum besteht Residenzpflicht. 

Das Stipendienprogramm wird gefördert von der Dr. phil. Fritz Wiedemann-Stiftung im Stifterverband

Förderzeitraum: 3-4 Monate, ab 1. Oktober 2025

Blick auf die Gothaer Luise-Dorothea-Plastik von Bernd Göbel
Luise-Dorothea-Denkmal, Schloßberg, Gotha, von Bernd Göbel