#lyrischglauben - Ein lyrisches Glaubensbekenntnis





#lyrischglauben – Wir sind gestartet!
Die Ausschreibung ist beendet. Über hundert Menschen haben mitgemacht – aus Deutschland, Österreich, der Schweiz, Liechtenstein und darüber hinaus.
Uns haben rund 250 Gedichte, Textikonen, Sprachspiele und andere Formen zeitgenössischer Sprachkunst erreicht.
Jetzt beginnt die nächste Etappe: Gemeinsam mit der Jury sind wir in die intensive Arbeitsphase gestartet.
Wir sichten, lesen, hören – und beginnen, ein lyrisches Glaubensbekenntnis entstehen zu lassen, das Grenzen überwindet: sprachlich, gedanklich, spirituell.
Danke an alle, die sich beteiligt haben!
Glauben. Ein Wort, das auf der Zunge klebt wie altes Wachs am Kirchenboden. Zuviel Lüge, zuviel Dogma, zuviel alles. Aber was, wenn Glauben etwas anderes ist? Etwas, das sich nicht predigt, sondern fragt, sich zur Frage bekennt. Etwas, das nicht stillsteht, sondern bricht und sich wieder zusammensetzt: ein echtes Symbolon.
Die Anthologie „Ein lyrisches Glaubensbekenntnis“ sucht genau diese Momente und Akzente – den Zweifel, das Aufbegehren, die Stille danach. Wir machen das 1700 Jahre nachdem das “Große Glaubensbekenntnis” 325 in Nicäa in die Sprache gehoben wurde. Ein lyrisches Glaubensbekenntnis lädt dazu ein, die Spuren nach dem Glauben in einer Sprache zu ertasten, die mehr aushält als Antworten: die Poesie. Im Mittelpunkt unserer Arbeit steht die Frage, wie das lyrische Glaubensbekenntnis kulturelle und theologische Inhalte auf besondere Weise vermittelt.
Glauben als Sprache, die keinen Namen hat
Religion ist sperrig, das stimmt. Sie ist auch Realität. Ein Problem. Eine Chance. Und dazwischen sind wir: Menschen, die suchen, die schreien, die lachen, die immer wieder Worte finden müssen, wollen, vergessen, und nichts reicht am Ende. Glaube ist nicht nur Liturgie und in Kirchenbänke gekerbt. Glaube ist auch das leere Glas am Morgen, der erste Schnee, der Satz, der mitten im Raum hängt.
Diese Anthologie will Gedichte, die all das aushalten. Texte, die keine Angst vor Brüchen haben, die nicht erklären, sondern zeigen.
Unsere Sprachsuche
Es gibt keine Blaupause für ein „lyrisches Glaubensbekenntnis“. Aber ein paar Anstöße, falls das Schweigen im Vorhandenen zu laut ist:
- Die Schönheit des Zweifels: Warum einfach, wenn es auch kompliziert geht?
- Das Heilige im “Unheiligen”: Transzendenz im Straßenlärm, auf Partys, im Scherbenhaufen.
- Zwischen Glauben und Aufgeben: Was hält uns zusammen, wenn wir fallen?
- Gebete, die keine sind: Wer bestimmt, ab wann Worte sich beten lassen oder nicht?
Und sonst? Alles. Nichts. Hauptsache, es ist ehrlich.
Warum diese Anthologie?
Weil Poesie da anfängt, wo Sicherheiten scheitern. Weil sie Glaube und Zweifel in den gleichen Satz packen kann, ohne dass der Satz zerbricht.
Die Anthologie „Ein lyrisches Glaubensbekenntnis“ entsteht in einem mehrstufigen Arbeitsprozess zum 1700. Jubiläum des “Großen Glaubensbekenntnisses” und erscheint 2026 in Buchform. Sie bringt Gedichte mit theologischen Reflexionen in Dialog – ohne zu bewerten, sondern um Resonanzen zu schaffen. Theolog:innen treten mit der Sammlung in Dialog und tragen so zu einem vielstimmigen, vielperspektivischen Gesamtkunstwerk bei. Ein Projekt, das zeigt, wie weit Sprache gehen kann, wenn sie losgelöst wird von Konventionen und Kategorien.
Woran glauben Sie – oder auch nicht?
Vielleicht ist das „lyrische Glaubensbekenntnis“ gar kein Bekenntnis. Vielleicht ist es ein Widerspruch. Ein Fragen, das immer weiter geht. Diese Anthologie ist ein Raum dafür. Ein Raum für das, was Worte fast nicht tragen können – und manchmal doch.
Jörg Seiler, Konstantin Stawenow, Tom Sojer
Erste Resonanzen auf #lyrischglauben in den Medien

Johanna Di Blasi vom RefLab Zürich: Glaubensdinge
Pfarrblätter des Kantons Zürich: Glauben poetisch in Worte fassen
Pfarrblätter des Kantons Bern: «Woran glauben Sie – oder auch nicht?»
MDR Kultur: Lyrik-Shootingstar. Der Thüringer Konstantin Stawenow dichtet über Natur und Glaube
Medienspiegel auf kath.ch: kath.ch (1) und kath.ch (2)