Der Beitrag mit dem Titel „The nexus of geopolitics, decarbonization, and food security gives rise to distinct challenges across fertilizer supply chains“, veröffentlicht in der Fachzeitschrift One Earth, beleuchtet die komplexen Wechselwirkungen zwischen diesen drei Faktoren. Düngemittel sind von zentraler Bedeutung für die landwirtschaftliche Produktion und die weltweite Ernährungssicherheit, zugleich tragen sie aber erheblich zu Treibhausgasemissionen und Umweltbelastungen bei. Geopolitische Spannungen, der Krieg in der Ukraine und die Abhängigkeit von großen Produzenten wie China, Russland und Marokko haben die Lieferketten destabilisiert – mit besonders gravierenden Folgen für einkommensschwache Regionen.
Die Autoren plädieren für einen „Nexus-Denken“-Ansatz, der Düngemittel als Schnittstelle zwischen Energie-, Umwelt- und Ernährungssystemen betrachtet. Sie betonen die Notwendigkeit, die Produktion zu dekarbonisieren – beispielsweise durch erneuerbare Energien und grüne Ammoniak-Technologien. Diese können die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen verringern, sind kurzfristig jedoch mit höheren Kosten verbunden. Gleichzeitig sind Strategien wie effizientere Nährstoffnutzung und Recycling entscheidend, um die Umweltbelastung zu reduzieren und die Abhängigkeit von begrenzten Ressourcen wie Phosphor und Kalium zu verringern.
Der Artikel hebt zudem die geopolitischen Dimensionen der Düngemittelversorgung hervor, da Staaten zunehmend wirtschaftspolitische Strategien in diesem Bereich verfolgen. Die wachsende Rolle der Regierungen bei der Sicherstellung von Düngemittelreserven deutet auf eine Verschiebung der globalen Handelsdynamiken hin und unterstreicht die Bedeutung nachhaltiger, regionaler Produktionssysteme.
Die Autoren schlagen ein Forschungsprogramm vor, das diese komplexen Zusammenhänge weiter untersucht und Lösungen für widerstandsfähige, nachhaltige und gerechte Düngemittellieferketten im Kontext der Dekarbonisierung entwickelt.
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